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Editorial basis 04.2019

Editorial basis 04.2019

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Auferstehung Jesu ist die zentrale Botschaft des Christentums. Ohne den Glauben an die Auferstehung Jesu wäre der gesamte christliche Glaube umsonst, so der Apostel Paulus. Das Neue Testament würde nur ein ethisches Programm für Menschen anbieten, die es mit der Welt, mit den Menschen und mit sich selbst gut meinen. Immerhin. Doch von Erlösung und Befreiung von Sünde und Tod könnte keine Rede sein. Jesus von Nazareth hätte sich nur als besonders begabter Wanderprediger erwiesen. Die Rede von ihm als „Sohn Gottes“ könnte im besten Fall in einem metaphorischen Sinn verstanden werden.

Jedes Mal, wenn sich die Christen zur Eucharistiefeier treffen, wird diese Auferstehung gefeiert: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit!“ Und in dieser Feier, so der Glaube der Christen, wird jenes Geheimnis gegenwärtig, kommt es über den Zeitraum von 2000 Jahren in unsere Lebenswelt hinein, kommt uns hier und heute nahe.

Wie es um diesen Glauben an die Auferstehung heute bestellt ist, zeigen diverse Umfragen. Da ist von einer Auferstehung in das „Bewusstsein der Jünger“ die Rede, so wie in vielen Todesanzeigen vom Weiterleben der Verstorbenen „in den Gedanken“ der Angehörigen zu lesen ist. Oder: Die aus östlichen Religionen stammende Vorstellung von einer Wiedergeburt hat der Einmaligkeit des Todes und der Auferstehung ihre ernste Spitze genommen. Dagegen bekennen die Christen im zweiten Teil des Credo, dass Jesus „auferstanden von Toten“ ist, und im dritten Teil des Credo erwarten die „die Auferstehung der Toten“. 

In der basis zur Osterzeit dieses Jahres wird ein Aspekt der Auferstehung in besonderer Weise bedacht: Auferstehung ist etwas ganz anderes als das, was Menschen je erlebt haben, ist nicht ableitbar und verstehbar aus dem, was uns die gängige Erfahrung zeigt. Sie ist so anders und neu wie der Leib, in dem Jesus nach der Auferstehung den Jüngern erscheint. Die Identität Jesu ist geblieben, doch sie wird in einer völlig neuen Weise erlebbar.

Wir sind eingeladen, Auferstehung als Denk- und Interpretationsmodell für unser Leben anzuwenden. Vieles, was wir erleben, entwickelt sich aus dem, was wir zuvor erlebt haben. Doch dann gibt es immer wieder Auferstehungserfahrungen: in einer unvorhersehbaren Versöhnung, in einem neuen Anfang, in einer neuen Lebensperspektive, in einer neuen Wendung unseres Weges. Wenn wir solche Erfahrungen als gläubige Menschen betrachten, können wir sie im Licht der Auferstehung Jesu sehen. Eine solche Sicht auf unser Leben bereitet uns zudem vor auf das, was wir am Ende unseres Lebensweges erwarten dürfen.

Im Namen des gesamten Redaktionsteams wünsche ich Ihnen eine frohe und gesegnete Osterzeit und lebendige Auferstehungserfahrungen, Erfahrungen heute – mit Aussicht auf Zukunft!

Ihr

Hubertus Brantzen

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