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Editorial basis 04.2017

Editorial basis 04.2017

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Wir feiern in diesem Monat Ostern, das höchste, wichtigste und grundlegende Fest der Christenheit. Beruhte das, was wir an Ostern feiern, nicht auf wirklicher Erfahrung, wäre die Verkündigung der Kirche hohl und der ganze christliche Glaube sinnlos – so der heilige Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther (15,14). Wer das Wort „christlich“ in den Mund nimmt oder gar für sich beansprucht, muss sich also fragen lassen: Glaubst du an die Auferstehung der Toten und glaubst du, dass Jesus Christus als Erster auferstanden ist?

Und damit sind wir mitten in der Diskussion, was eigentlich gemeint ist, wenn vom „christlichen Abendland“ gesprochen wird. Diese Begrifflichkeit war im öffentlichen Raum unserer Gesellschaft etwas außer Mode gekommen, bis die sogenannte Pegida-Bewegung sie auf ihre Fahnen schrieb. Es ist wohl gegenwärtig so, dass die meisten Menschen in Deutschland mit „christlichem Abendland“ kaum Ostern oder die Auferstehung Jesu assoziieren, sondern den Widerstand gegen die Fremden, die unser Land angeblich überschwemmen und dieses christliche Abendland überfremden wollen.

Sind die, die für den Erhalt des christlichen Abendlandes auf die Straßen gehen, tatsächlich gläubige Christen? Oder wird hier ein Begriff politisch aggressiv instrumentalisiert? Ende vergangenen Jahres gab es Proteste, dass die Christen sich oft in die Lebensbereiche einmischen, in denen sie nichts zu suchen hätten. So wurde etwa der absurde Protest laut, dass die Christen jetzt auch noch das Weihnachtsfest für sich beanspruchen. Das klingt doch sehr weit weg von einem gediegenen Verständnis dessen, was „christliches Abendland“ meint. Möglicherweise gehört das aber auch zu jenen „alternativen Fakten“, die im Moment von sich reden machen.

Diese Ausgabe der basis stellt sich diesem Phänomen. basis möchte anregen, „die Zeichen der Zeit“ zu deuten. Ohne Zweifel ist der Umgang mit dem, was „christliches Abendland“ meint, ein solches Zeichen.

Zunächst beschreibt darum ein Mitarbeiter des allseits anerkannten Institutes für Demoskopie Allensbach, was die Deutschen eigentlich wirklich glauben. Ohne Zweifel kommt unsere Kultur und Gesellschaft aus einer christlichen Vergangenheit. Doch was lebt aus dieser Vergangenheit in unserer Gegenwart und hat Chancen, in der Zukunft wirksam zu bleiben?

Dann nehmen Autorinnen und Autoren aus Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Kirche Stellung, was mit diesem „christlichen Abendland“ gemeint sein kann, welche Geschichte diese Begrifflichkeit hat und wie sie missbraucht wird für eher „unchristliche“ Vorstellungen und Agitationen. So beschreibt etwa die Theologin und Politikerin Christine Lieberknecht, die frühere Ministerpräsidentin von Thüringen, ihre Erfahrungen mit diesem Zeichen der Zeit.

Das Ziel dieses Heftes ist es, dass Sie als Leserinnen und Leser für sich genauer beschreiben können, was „christliches Abendland“ bedeutet. Es möchte anregen, was wir als Christinnen und Christen dafür tun können, dass der christliche Glaube nicht einen Nischenplatz in unserer Gesellschaft erhält, sondern kraftvoll die Zukunft mitgestaltet.

So wünsche ich Ihnen, auch im Namen des gesamten Redaktionsteams, ein gesegnetes Osterfest und eine große Freude in der ganzen Osterzeit!

Hubertus Brantzen

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