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Editorial basis 04.2018

Editorial basis 04.2018

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Das Thema „Gebet“ in dieser basis-Ausgabe kommt möglicherweise harmlos daher. Man weiß doch, was Beten ist. In allen Religionen wird gebetet. Und viele Menschen, die sich als ungläubig verstehen, stoßen in schweren Situationen plötzlich einen Seufzer aus, den sie an eine überweltliche Macht richten, von der sie Rettung aus der Not erbitten.

Für Christen ist es eigentlich selbstverständlich zu beten, wenigstens ab und zu. Sie richten ihre Bitten, aber auch ihr Lob, ihren Dank oder ihre Klage an Gott. Nicht dass Gott diese Gebete bräuchte, um informiert zu werden, was die Menschen benötigen. In der Bergpredigt stellt Jesus klar: „Euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet.“
(Mt 6,8) 

Wir Menschen brauchen die Gebete, damit uns überhaupt zu Bewusstsein kommt, wie es um uns steht, was wir brauchen, was wir befürchten, was uns ängstigt, was wir nicht bewältigen können. Wir brauchen das Gebet, damit wir uns in einem Lobpreis Gottes und im Dankgebet uns bewusst werden, was uns alles in unserem Leben geschenkt ist. Wir brauchen das Gebet, um uns – sozusagen vor der höchsten Instanz – Luft zu machen, um uns zu darüber zu beklagen, was unser Leben so schwer macht. 

Am authentischsten wird unser Beten, wenn wir selbst unsere eigenen Worte finden und vor Gott tragen. Doch das erscheint uns oft sehr mühsam, oder eine Situation macht uns sprachlos. So ist es gut, wenn uns formulierte Gebete geschenkt sind, die das ausdrücken, was uns auf dem Herzen brennt. Allen Gebeten voran ist uns das Vaterunser gegeben, das uns Jesus selbst gelehrt hat und das Grundbitten unseres Lebens formuliert.

Selbst eifrigste Christinnen und Christen machen die Erfahrung, dass sie nicht immer nur freudig beten. Manchmal müssen sie sich regelrecht aufraffen, um zu beten. Beten zu können ist also eine Gabe und eine Aufgabe – ein Leben lang. Wir wissen von großen Heiligen, dass sie mit dem Beten ihre Mühe hatten und das Beten für sie manchmal nur noch eine Pflicht war, die sie ohne innere Freude verrichteten. Doch es gibt auch die Erfahrung, dass Beten ruhig macht, befreit, aufatmen und wieder eine gute Lebensrichtung finden lässt.

So lade ich Sie im Namen des ganzen Redaktionsteams ein, in der Osterzeit die folgenden Beiträge der basis als Anregung für Ihr persönliches Beten durchzugehen. Vielleicht gefällt Ihnen der eine oder andere Gedanke besonders und bringt Sie in Ihrem Bemühen weiter, den anzusprechen, den „kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat“ (1 Kor 2,9).

Ihr

Hubertus Brantzen

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