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Editorial basis 12.2016

Editorial basis 12.2016

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Das Thema der neuen basis – „ÜberFülle“ – kann auf zweierlei Weise verstanden werden. Einerseits kann damit die sehr große Fülle im positiven Sinn gemeint sein. So drücken wir das große Maß an Fülle etwa in der Steigerung „in Hülle und Fülle“ aus. Oder wir sagen, dass jemandem ein „übergroßes Glück“ beschert wurde.
Andererseits kann eine Überfülle den Menschen erdrücken, etwa eine Überfülle an Arbeit und an Aufgaben, die bewältigt werden müssen. Selbst die Zuwendung zu einem Menschen kann ein Übermaß annehmen, sodass sie ihn nicht mehr fördert, sondern einengt oder gar erdrückt.

Zwei Arten von Überfülle

Beide Arten von Überfülle erleben viele in den Tagen des Advents und der Weihnachtszeit. Das schildert gleich in schillernden Farben der erste Beitrag dieses Themenheftes: eine Weihnachtsgeschichte. Gehetzt sucht jemand im Kaufstress kurz vor Heiligabend ein Geschenk und macht, weil er ausgebremst wird, eine wunderliche Erfahrung. Doch in dem vorweihnachtlichen Rummel offen zu sein, solche wunderlichen und hintergründigen Erfahrungen überhaupt machen zu können, bedarf einer ganz eigenen Aufmerksamkeit.
Um diese Aufmerksamkeit des Herzens, auch mitten im Rummel dieser Tage, geht es in den vielfältigen Beiträgen dieses Heftes: Entschleunigung und Leben in der Gegenwart; still werden, um verborgene Schätze wahrnehmen zu können; sich abzugrenzen von einer Überfülle, die belastet; innezuhalten, um das Angebot des Advents annehmen und den eigenen Leitstern des Lebens entdecken zu können.

Als die Zeit erfüllt war

Eine besondere geistliche Tiefe bekommt das Thema durch den Text aus dem Galaterbrief (4,4-5): „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.“
Indem Gottes Sohn Mensch wird, erreichen die Zeit und die Geschichte ihren Höhepunkt – so der Glaube der Christenheit. Das Maß der Zeit ist voll. Mehr kann Gott nicht für die Menschen tun, als sich selbst in seinem Sohn zu schenken.
Doch auch das ist ein wundervolles Geschehen, das nur in der Aufmerksamkeit des Herzens entdeckt werden kann. Denn wer kann schon in dem Kind, das in einem Stall geboren wird, den „Messias“ und „Retter der Welt“ entdecken? Man muss schon hinter die Kulissen der Zeit und Geschichte schauen können, um zu begreifen, was da geschieht.

Die Überfülle entdecken

Wenn es gelingt, während der Fahrt auf der Lebensautobahn in einen Parkplatz abzubiegen, um eine Pause einzulegen, dann kann auch die Bereitschaft wachsen, sich auf das größte aller Weltwunder einzulassen. Dann können sich die äußeren Sinne schärfen und die inneren Sensoren aktiviert werden, um hinter dem Kind in der Krippe, in diesem Menschen Jesus von Nazareth die große Hoffnung für das eigene Leben und für alle Menschen zu ahnen.
Dann kann es auch möglich werden, in all dem eine positive Überfülle zu entdecken, die Gott uns neu in dieser Advents- und Weihnachtszeit anbietet.
So wünsche ich Ihnen, auch im Namen der ganzen basis-Redaktion, eine Zeit des Nachdenkens, des aufmerksamen Schauens hinter die Kulissen der Ereignisse und Zeichen der Zeit – und ganz einfach eine schöne Adventszeit und ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Hubertus Brantzen

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