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Editorial basis 11.2017

Editorial basis 11.2017

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Die wohl schwerwiegendste Forderung Jesu an seine Jünger ist: „Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ (Mt 5,28) Man liest oder hört so schnell über diese Worte hinweg. Bedenkt man sie genauer, wird klar: Sie sind eine Ungeheuerlichkeit und eigentlich eine maßlose Überforderung. Angesichts der kleinen und größeren Verfehlungen im Alltagsgeschäft wissen wir sehr genau einzuschätzen, dass wir keine Engel sind, schon gar nicht an die Vollkommenheit Gottes heranreichen.

Die Würde des Menschen

Dann lesen wir jedoch, wie Psalm 8 die Größe und Würde der Menschen besingt: „Du hast den Menschen nur wenig geringer gemacht als Gott, du hast ihn gekrönt mit Pracht und Herrlichkeit.“ Der Mensch erscheint als Krone der Schöpfung Gottes, als Höhepunkt dessen, was Gott von sich in die Schöpfung hineingegeben hat.
Und dann spricht Paulus, etwa in den Briefen an die Gemeinden von Korinth, Ephesus oder Philippi, seine Adressaten mit „Heilige“ an. Im Brief an die Epheser zum Beispiel lautet die Begrüßung: „Paulus, durch Gottes Willen Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus, die an Jesus Christus glauben.“ Ist das nur eine fromme Begrüßungsformel, so wie die Bayern bis heute zur Begrüßung „Grüß Gott!“ sagen, selbst wenn sie mit diesem Gott überhaupt nichts im Sinn haben?
Der Gruß an die Epheser gibt einen Hinweis, wie diese hoheitsvollen Bezeichnungen zu verstehen sind: Es ist von den Heiligen die Rede, „die an Jesus Christus glauben“. Wer an Jesus Christus glaubt, wird von Gott in einen neuen Stand der Würde versetzt. Wie Psalm 8 zeigt, ist diese Würde bereits dem Menschen damit geschenkt, dass Gott ihn als geliebtes Geschöpf ins Leben ruft. Im Glauben an Jesus Christus wird diese Würde noch einmal erhöht.

Wir brauchen unsere Unvollkommenheiten nicht verstecken

Angesichts unserer menschlichen Unvollkommenheiten merken wir also, dass Gott von uns groß „denkt“, dass er in uns zuerst das Gute und Schöne sieht. Er sieht uns zuerst
als solche, die an seiner Heiligkeit Anteil haben. Das ist aber zugleich eine große Herausforderung. Wir sind eingeladen, uns dieser Würde würdig zu erweisen. Ein hohes Ziel!
Aber keine Angst vor Überforderung! Gott weiß um die menschliche Schwäche. Darum ist der Weg zur Heiligkeit immer verbunden mit der begleitenden Barmherzigkeit Gottes. Wie sehr Heiligkeit und Barmherzigkeit zusammengehören, zeigt  uns Jesus Christus. Gottes Sohn, der Heilige schlechthin, zeigt den Menschen, was Barmherzigkeit ist.
2 Kor 5,21 drückt es sehr drastisch aus: „Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.“ Die Heiligkeit und barmherzige Nähe Gottes finden in Tod und Auferstehung Jesu eine Bestätigung und Besiegelung.
Sehen wir also die Aufforderung „Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ als eine Zielangabe Gottes an, durch die er die Menschen liebevoll an sich ziehen möchte. Sie lädt uns ein, auf unserem Weg mutig voranzuschreiten, nachsichtig mit unseren Schwächen umzugehen und vor allem zu glauben und zu hoffen, dass er uns Heiligkeit letztlich zum Geschenk macht.

So wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten Redaktionsteams auch Ermutigung durch die Beiträge dieser basis-Ausgabe!

Hubertus Brantzen

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