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Robert Zollitsch

Verantwortung wahrnehmen

11.10.2017

Die Wahlen zum Deutschen Bundestag liegen hinter uns. Auch wenn viele enttäuscht sind, so gilt doch: der Wahlkampf ist vorbei. Anstatt sich verletzt zurückzuziehen, vor der Verantwortung zu fliehen und die Wunden zu lecken, heißt es, nach vorne zu schauen. Die Wähler haben den Abgeordneten Verantwortung übertragen, Verantwortung auf Zeit. Dessen müssen sich alle Gewählten bewusst bleiben. Und sie tragen Verantwortung für das Ganze: Für unser Volk, für unser Land, für Europa und darüber hinaus. Sie sind nicht nur ihren Wählern verpflichtet, sondern Gott, dem Grundgesetz, Ihrem Gewissen, dem Wohl aller.

Gerade nach einem z.T. verletzenden Wahlkampf und nach einem herausfordernden Ringen um den richtigen Weg stehen die Zeichen der Zeit nicht auf Zementierung der Unterschiede, sondern auf Besinnung, Brückenbau und Suchen nach einem gemeinsamen Weg. Demokrat sein heißt nicht: Feindschaft pflegen, einander „in die Fresse hauen“, sondern aufeinander zugehen. Demokrat sein heißt, nicht zuerst das eigene Fortkommen und die eigene Klientel im Blick haben, sondern das, was dem Ganzen und damit möglichst allen zugutekommt. Die Bundestagswahlen und die anstehende Regierungsbildung haben die Chance, mit neuem Elan die anstehenden Aufgaben in Verantwortung vor Gott und den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes zum Wohl aller anzugehen. Die Zeichen der Zeit stehen auf Nachdenklichkeit, Gemeinsinn und Brückenbau im Blick auf unsere gemeinsame Zukunft.

Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch,  Freiburg


Foto: pixabay.com

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