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Das Geheimnis des Unscheinbaren

Das Geheimnis des Unscheinbaren

Weihnachten in Schönstatt 

vom Wallfahrtsteam Schönstatt

„Wie oft war in der Weltgeschichte das Kleine und Unansehnliche die Quelle des Großen und Größten.“ Dieses Wort aus der Gründungsurkunde der Schönstattbewegung trifft auch auf das Geschehen in Bethlehem vor über 2000 Jahren zu und jedes Jahr neu in der Weihnachtszeit.

Das Geheimnis des Unscheinbaren damals: Ein kleines Kind, das in einem Stall zur Welt kommt, ist der Erlöser der Welt. Wenn wir heute Weihnachten in Schönstatt feiern, gibt es auf anderer Ebene auch so etwas wie ein Geheimnis des Unscheinbaren: Seit über 20 Jahren ziehen die sogenannten „Zehn Minuten an der Krippe“ Menschen allen Alters und unterschiedlicher Herkunft an. Vor allem sind es Familien mit Kindern, für die die Teilnahme bereits in der dritten Generation zum festen Weihnachtsbrauch geworden ist. Kinder freuen sich darauf, als Maria, Josef, als Engel, König, Hirte oder Schäfchen mitzuspielen und zu zeigen: Weihnachten war nicht nur damals – Weihnachten ist immer wieder neu. Erwachsene singen die altbekannten Weihnachtslieder, begleitet vom Glockenklang oder Sternentanz ihrer Kinder und Enkelkinder.

Die große Weihnachtskrippe in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt, ausgestaltet mit liebevollen Details, bringt Alt und Jung zum Staunen und führt in die Begegnung mit Jesus, dem kleinen Kind in der Krippe. Ein Ausklingen des Erlebten bei heißem Tee und Gebäck macht den Nachmittag rund.

Was ist das Geheimnis, das diese Zeit so anziehend macht?

 Was lässt Menschen, die „eigentlich nicht mehr in die Kirche gehen“, immer wieder kommen und treibt ihnen sogar Tränen in die Augen? Was bewegt die vielen Ehrenamtlichen, sich mit hoher Motivation, kostbarer Urlaubszeit und viel Mühe zu engagieren? Es sind die vielen bewegenden Begegnungen und Erfahrungen mit Kindern und Erwachsenen, die erfahren lassen**,** selbst Beschenkte zu sein.

Ein kleines Mädchen von 1 ½ Jahren will nicht Engel und nicht Schäfchen sein, denn sie hat schon die große Bedeutung von Maria in der Weihnachtsgeschichte erfasst. Schade, dieses Jahr geht es wohl noch nicht, die Mädchen, die Maria sein wollen, kommen wegen der großen Nachfrage in der Regel schon eine Stunde vor Beginn und sind tatsächlich ein paar Jahre älter.

Ole hat einen Jungen aus seiner Klasse mitgebracht: Sein Freund sitzt im Rollstuhl und möchte sich auch verkleiden. Er wird ein König und darf sogar mithelfen, Sternenzettel einzusammeln. Seine Mutter schiebt ihn – mit Tränen in den Augen, Tränen der Rührung und Dankbarkeit.

Ein spastisch gelähmtes Mädchen mit pinkem Geh-Rollator traut sich nach anfänglichem Zögern doch, ein Engel zu sein. Mit einem kleinen Hocker auf der ersten Stufe des Chorraums ist es möglich, mitten zwischen den anderen Kindern zu sitzen. Nicht weniger glücklich als dieser Engel strahlt das Glück aus den Augen der sie begleitenden Großmutter.

Während in unserer fortschrittlichen Gesellschaft immer seltener Downsyndrom-Kinder wahrzunehmen sind, erscheinen bei den „Zehn Minuten an der Krippe“ unabhängig voneinander an verschiedenen Tagen eine ganze Reihe dieser „Sonnenscheine“: ein kleiner König, zwei Engel oder auch ein Eselchen sind mit dieser Beeinträchtigung selbstverständlich mitten dazwischen und freuen sich, eine wichtige Rolle spielen zu dürfen.

Über Kontakte von Lichtzeichen, einem Verein und ehrenamtlichen Projekt zur Hilfe für schwangere Frauen, gibt es ebenfalls Kinder, die teilnehmen. Ab und zu ist auch eine Flüchtlingsfamilie dabei, die unabhängig von der Konfession voll Freude das Geheimnis der Heiligen Nacht nacherlebt. …

(Einzelausgabe kaufen für 3,80 € oder abonnieren)

 

Wallfahrtsteam Schönstatt

Mariette Bruns Das Wallfahrtsteam um Marienschwester M. Mariette Bruns betreut in Schönstatt Pilgerinnen und Pilger.

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Beitragsfoto: © Schönstatt