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Barmherzigkeit mit einem jungen Gesicht

Barmherzigkeit mit einem jungen Gesicht

von Alicja Kostka

Eine Besonderheit in Polen ist, dass das Jahr der Barmherzigkeit fast ausschließlich mit den Privatoffenbarungen der heiligen Schwester Faustyna Kowalska und dem Bild „Jesus, ich vertraue auf Dich“ verknüpft ist. Andererseits hat gerade diese Entwicklung das Jahr der Barmherzigkeit bestens vorbereitet. Barmherzigkeit ist in Polen ein geläufiger Begriff, nicht nur im Hinblick auf die geistliche, sondern auch auf die caritative und missionarische Dimension.

Spiritualität der Barmherzigkeit – eine dreifache Zentrierung

Spiritualität der Barmherzigkeit wird dank einer dreifachen Zentrierung als konkrete Realität erlebt. Zunächst ist es die lokale Zentrierung auf das Weltheiligtum der Barmherzigkeit in Krakau, wo seit Jahren ein caritatives Zentrum entsteht. Damit hängt die zweite, personale Zentrierung zusammen: mit der heiligen Schwester Faustyna (1905-1938) und vor allem mit dem Bild des Barmherzigen Jesus, das zur Standardausstattung fast jeder Kirche in Polen gehört und in vielen Wohnungen selbstverständlich präsent ist. Dieses Bild erlaubt, eine persönliche Beziehung mit dem Barmherzigen Gott zu knüpfen. Und schließlich gibt es eine zeitliche Zentrierung, die dieser Spiritualität einen gewissen Rhythmus vorgibt. Ähnlich wie es in England eine „heilige“ Tea-Time gibt, so gehört in Polen die tägliche Barmherzigkeit-Stunde als besondere Gebetszeit um 15 Uhr (die Todesstunde Jesu) zur geistlichen Tagesordnung unzähliger Menschen, Gemeinden und Gemeinschaften. Alljährlich wird die zeitliche Zentrierung im Fest der Barmherzigkeit, am zweiten Sonntag der Osterzeit, erfahrbar.

Alicja Kostka

Dr. theol., geb.1971 in Olsztyn /Polen. Theologische Referentin, Geistliche Begleiterin, Dozentin am Priesterseminar in Lantershofen.

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Foto: ©  Michał Ziółkowski