Durch das Dunkel hindurch
„EASTER PEOPLE“
von Monika Arndt
Ohne Frage, an Herausforderungen, Leid und Krisen mangelt es derzeit nicht. „Nachrichten kann ich kaum noch schauen, das macht mich fertig. Jetzt haben schon wieder neue Kriege begonnen – und ich kann nichts daran ändern“, höre ich immer wieder, nicht nur von Klienten, Freunden oder Bekannten. Manchmal ertappe ich mich sogar selbst bei dem Gedanken. Die Weltlage wirkt bedrohlich, unübersichtlich, entmutigend. „Das Leben erscheint mir so sinnlos… Am liebsten bleibe ich in meinem Zimmer und ziehe mich aus allem heraus.“ Ja, einen sicheren Ort zu haben, ist ein Geschenk. Doch kann das auf Dauer die Lösung sein, mich resigniert hinter verschlossenen Türen zu verkriechen? Was kann mir helfen, angesichts der Unsicherheiten und Ohnmachtsgefühle nicht den Kopf in den Sand zu stecken? Wie finde ich Mut, Tag für Tag weiterzumachen, zuversichtlich nach vorne zu schauen, offene Türen zu suchen?
Beim Nachdenken über diese Fragen leuchtete plötzlich der Gedanke „EASTER PEOPLE“ in mir auf… Verbunden damit die Erinnerung an eine ganz besondere Kar- und Osterwoche, eine Exerzitien-Zeit in Milwaukee im Jahr 2010. Mit unserem Kurs im Familienverband und Pater Günther Boll waren wir auf den Spuren Pater Josef Kentenichs unterwegs, ließen uns hautnah berichten, wie es dem Gründer Schönstatts in der Zeit der kirchlichen Verbannung ergangen war, welche Steine ihm in den Weg gelegt worden waren und welche Möglichkeiten er fand, aus der aussichtslos erscheinenden Situation das Beste zu machen. Jeder von uns hatte wohl auch seine ganz „eigenen Steine im Gepäck“. Mir lag damals eine familiäre Situation sehr auf der Seele, ich war betroffen, traurig, fühlte mich mutlos und ohnmächtig. Was sollte ich nur tun? Und dann auch noch tausende Kilometer entfernt von Zuhause?
In diese innere Verfasstheit fielen die Worte von den „EASTER PEOPLE“, über die Pater Kentenich als Seelsorger in Milwaukee gesprochen hatte. Ich wurde hellhörig: „Menschen, die trotz allem die Hoffnung nicht verlieren, die durch das Dunkel hindurch dem Gott des Lebens trauen, das sind EASTER PEOPLE“. Ich spürte, hier lag die Spur zu einer Antwort auf meine Fragen. Auf der Basis dieser Erfahrung nehme ich hier und jetzt neu in den Blick, was „Oster-Menschen“ auszeichnet – und begegne so auch den ersten dieser besonderen Spezies, denen, die damals in Jerusalem mit dabei waren…
EASTER PEOPLE – sind hellsichtige Menschen.
Will heißen, sie nehmen außer den dunklen Seiten der Existenz auch die lichten wahr. Sie sind nicht auf dem einen Auge blind, sind weder realitätsferne Optimisten noch hoffnungslose Pessimisten. Sie bewahren sich ein Gespür für das Gute, Schöne, Helle, das sie sogar durch das Dunkle hindurch scheinen sehen. Mit den Schattenseiten befassen sie sich in einem der eigenen Person entsprechenden Maß, sie informieren sich, sind auf dem Laufenden. Auf der anderen Seite haben sie die innere Freiheit, sich vom ständigen Blick auf das Smartphone zu lösen, um nicht alle zehn Sekunden News und mögliche nächste Katastrophen zu checken. Erste Herausforderung … weiterlesen?
… Einzelausgabe kaufen für 3,80 € (Post) oder im Shop als PDF oder abonnieren (Formular)
Beitragsfoto: © bevisphoto · stock.adobe.comm

