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Ein Neubeginn und eine Herausforderung

Ein Neubeginn und eine Herausforderung

Weihnachten in der Telefonseelsorge 

von Joachim Schroeter

Draußen dämmert es, einzelne Lichterketten schimmern durch die Fenster, Menschen sind im Weihnachtsgottesdienst. Ich bin auf dem Weg zum Dienst bei der Telefonseelsorge. An der Dienststelle angekommen, leuchtet mir ein Stern entgegen, eine Krippe ist aufgebaut. Ich bin gespannt, was mich heute erwartet. 

24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche sind die insgesamt etwa 90 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Telefonseelsorge Würzburg präsent. So auch an Weihnachten. Und es ist nicht schwer, die sechs vierstündigen Dienstschichten für den Tag zu besetzen. Eine Zeit, die unsere Ehrenamtlichen gerne aufbringen, um für Menschen da zu sein. Vielleicht ist es auch etwas Besonderes, gerade an Weihnachten eine Schicht zu übernehmen, wohl auch um dem Familientrubel zu Hause zu entkommen. Die Stimmung ist ruhig, besonnen und nachdenklich. Doch die Themen am Telefon unterscheiden sich nicht so sehr von anderen Tagen außerhalb dieser weihnachtlichen Zeit. 

Themenschwerpunkte verschieben sich

Signifikante Themen verschieben sich, und eher familiäre Beziehungen stehen im Vordergrund, sie erhöhen sich im Zeitraum zwischen dem 23. und 26. Dezember 2021 im Gegensatz zum Vorjahr von 16,3 auf 18,9 Prozent, ebenso nimmt die depressive Stimmung von 15,5 Prozent auf 17,5 Prozent zu. Auch das Thema Einsamkeit spielt eine größere Rolle, sie steigt an diesen Tagen im Jahresdurchschnitt von 23,9 auf 31,3 Prozent. Körperliches Befinden nimmt als Gesprächsthema im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2021 von 16,2 Prozent auf 19,7 Prozent zu. Darunter fallen Behinderung, Unwohlsein oder Schmerzen. 

Die Erwartung, dass an Weihnachten alles harmonisch und fröhlich verlaufen soll, endet meist in Zank und Streit. Das Bemühen um ein besonders tolles Geschenk wird zur Enttäuschung, die Einladung bei der Oma sitzt man nur halbherzig ab. Keine guten Voraussetzungen, Weihnachten als Fest der Liebe und der Gemeinschaft zu feiern. 


Joachim Schroeter

ist Diplom-Religionspädagoge und Supervisor. Seit vier Jahren ist er stellvertretender Leiter der Telefonseelsorge Würzburg.

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Beitragsfoto: © Syda Productions · stock.adobe.com

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