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Mehr oder weniger vorbildliche Christen

Mehr oder weniger vorbildliche Christen

Warum in den Filmklassikern „Don Camillo und Peppone“ und „Sister Act“ Menschen mit Herz und lebendigem Glauben bis heute begeistern

von Markus Hauck

Wenn der Glaube Kraft und Orientierung gibt und Menschen dazu bringt, die Welt nicht nur für sich, sondern auch für andere zum Besseren zu verändern, dann ist das mitunter auch der Stoff, aus dem Filmklassiker gemacht sind. Zwei Beispiele aus vergangenen Jahrzehnten, die inzwischen Klassiker sind, möchte ich an dieser Stelle näher in den Blick nehmen.

Don Camillo

Schlitzohrig, manchmal jähzornig, aber immer das Herz auf dem rechten Fleck: So kennen wir Don Camillo, den italienischen Priester. Den sympathischen Geistlichen, der bei Bedarf keiner Prügelei mit den Kommunisten aus dem Weg geht, verdanken wir Giovannino Guareschi. Den Namen für den vom Franzosen Fernandel in den italienisch-französischen Verfilmungen unvergesslich gespielten Don Camillo Tarocci entlieh Guareschi sich von Don Camillo Valota. Der katholische Geistliche war Partisan, kämpfte also gegen die italienischen Faschisten, und war Gefangener in den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen. Den Charakter für seinen Romanhelden dagegen entlieh sich Guareschi vor allem beim Dorfpfarrer von Trepalle, Alessandro Parenti. Dort war der Autor häufiger zu Gast, als er an seinen Erzählungen schrieb.

Das Dorf, in dem die beiden ehemaligen Partisanen Don Camillo und Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, ihre Auseinandersetzungen haben, ist die fiktive Ortschaft Boscaccio in der norditalienischen Po-Ebene. Fast immer geht es darum, auf die Nöte der Zeit, mit denen das Italien der Nachkriegszeit kämpft, Antworten zu finden. Die beiden ehemaligen Partisanen versuchen jeweils auf ihre Art eine Antwort zu geben. Und auch wenn häufig die Fäuste fliegen und keiner der beiden in der Wahl der Mittel besonders zimperlich ist: Am Ende jeder Geschichte wird deutlich, dass der Kommunist wie der Priester einander doch deutlich mehr gleichen, als sie es wahrhaben wollen. Mit dieser Botschaft wollte Guareschi seinen persönlichen Appell an die zerstrittenen politischen Lager seines Landes vermitteln, dass nur gemeinsam der Wiederaufbau nach dem Ende der Diktatur unter Benito Mussolini gelingen kann. …

Markus Hauck

Leiter der Pressestelle im Bistum Würzburg, Mitglied der basis-Redaktion.

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Foto: © Christoph Hähnel · stock.adobe.com

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