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Was die Schönstatt-Familie eint und trennt

Was die Schönstatt-Familie eint und trennt

von Felix Geyer

Wie stimmig die Metapher von ‚Familie‘ für das Sprechen über die Schönstatt-Bewegung ist – darüber ließe sich vermutlich lange streiten, ohne dass man zu einem Ende kommt. Der familienhafte Charakter scheint ein ungemein voraussetzungsreicher Gedanke zu sein und ist doch ein so eingängiges und assoziatives Bild, das schnell Zugehörigkeit und beheimatende Assoziationen evoziert. Doch wer gehört zur Familie und wodurch? Wie gestalten sich die Verwandtschaftsbeziehungen in dieser Art Familie? Ist Schönstatt ein Matriarchat – der Gedanke könnte bei der marianischen Bewegung ja naheliegen? Ich will versuchen, ein paar Gedanken darüber darzulegen, was ich zurzeit als trennende und was als einende Elemente in dem Sozialgebilde sehe, das ‚Schönstatt-Familie‘ genannt wird. Dazu muss ich versuchen, das Gebilde einzugrenzen oder. zumindest einen Ansatz dafür zu liefern, wann jemand zu dieser speziellen Art ‚Familie‘ gehört. 

Familie durch Wachstumsvorgang: Christ werden mit Maria

Ich beziehe mich mit Schönstatt-Familie auf das weite Verständnis, das damit alle Menschen einschließt, die auf irgendeine Art und Weise mit der Schönstatt-Bewegung positiv dadurch verbunden sind, dass sie ihr Liebesbündnis geschlossen haben. Wer dieses Bündnis schließt, der sagt damit: Ich will Christ werden mit Maria. So wie sie Jesus erzogen hat, will auch ich den Lebensweg bewusst mit Jesus mitgehen und an mir, meinem eigenen Selbst arbeiten (Selbsterziehung), wie auch in meinem Umfeld aktiv ein Leben im Licht des Evangeliums führen und dabei nie aufhören zu wachsen. In der Familie gibt es dann noch viele weitere Elemente, die die Familie charakterisieren und die alle für diesen Wachstumsvorgang wichtig sind und die noch weiter beschrieben werden müssten. Wer sein Liebesbündnis schließt, der gehört zur Familie. 

Das bietet eine ganze Menge an Interpretationsspielraum, und genau das ist auch das, was wir bei besagtem Sozialgebilde sehen: Eine unglaubliche Fülle an verschiedenen Lebenserfahrungen, die sich alle als kreative Formen dieses Christ-Werdens mit Maria beschreiben lassen. Es gibt in der Schönstatt-Bewegung ordensähnliche Gemeinschaften als Lebensformen, Zusammenschlüsse mit festen Gemeinsamkeiten oder Lebensgruppen, und einfach Menschen, die ohne eine Gemeinschaftsform, alleine oder in Gruppen, diesen Wachstumsvorgang gestalten.

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Felix Geyer

Schönstatt-Pater, Jahrgang 1986. Lehrbeauftragter für Sozialethik am CTS Berlin, Schriftleiter der Zeitschrift Regnum, Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken und seit Oktober Leiter der Deutschen Schönstatt-Bewegung. Er beschäftigt sich mit Wertfragen und gesellschaftlicher Veränderung und der Mitgestaltung der Schönstatt-Bewegung.

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