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Editorial basis 07.2019

Editorial basis 07.2019

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Um es gleich zu sagen: Diese Ausgabe von basis möchte sich nicht in einen innerkirchlichen Klassenkampf einschalten, in dem zwischen Hierarchie und Kirchenvolk ausgefochten wird, wer das Sagen hat. Es geht vielmehr um die Fragen: Wie entstehen im Raum der Kirche Entwicklungen und geistliche Strömungen, die die Kirche als Ganze wirklich voranbringen? Wie können Prozesse in der Kirche stattfinden, die aus der reichen Vergangenheit und Tradition schöpfen und zugleich gute Wege in die Zukunft eröffnen?

Der Titel „Kirche wächst von unten“ zielt auf die Entwicklungsschritte, die in den kleinen Einheiten der Kirche stattfinden. Hier geht es um Familien, Gemeinden und Gemeinschaften, in denen die Zukunft der Kirche heranwächst: Wie entwickelt sich das Lebensgefühl der jungen Generation? Wohin steuert die Jugend, die oft als Seismograph der zukünftigen Gesellschaft verstanden wird? Hier geht es um die Gemeinden vor Ort: Was wird dort an guten Bräuchen weiterhin gepflegt? Und was entwickelt sich zugleich an neuen Formen des Lebens und des Glaubens?

Alle kleine Entwicklungsschritte wachsen zusammen im Leben der größeren Lebenseinheiten: in der Ortskirche eines Bistums, in einem Land, in einem Erdteil und global in der Weltkirche. Papst und Bischöfe tun gut daran, wenn sie auf das Lebensgefühl und die Entwicklungen an der Basis achten. Denn sie können noch so gut gemeinte Vorschläge machen, wenn diese am Leben der Menschen vorbeigehen und darum nicht umgesetzt werden, nützen sie niemandem.

Sicher dürfen dabei die in der breiten Öffentlichkeit diskutierten Streitfragen nicht ausgespart werden. Wer so tut, als gäbe es den massiven Vertrauensverlust aufgrund des sexuellen und geistlichen Missbrauchs in der Kirche nicht, lebt in einem Wolkenkuckucksheim. Wer die deutlichen Anfragen nach der Beteiligung aller, besonders auch der Frauen, an den Entscheidungsprozessen der Kirche wegdrücken will, bringt die Kirche immer mehr ins Abseits. 

Doch zugleich sagen viele Gläubige, vor allem in Gruppen und Gemeinden Engagierte: „Das sind ernsthafte Probleme, die gelöst werden müssen. Doch in unserer Pfarrei oder Gemeinschaft gibt es so viel Lebendiges, so viel Freude am Glauben – die möchten wir uns nicht kaputtmachen lassen.“

So möchten wir in dieser basis darauf schauen, was die Einzelnen, die Gemeinden und die Kirche insgesamt wirklich weiterbringt. Wir besinnen uns darauf, wie zu Beginn die junge Kirche wuchs und was sie dafür öffnete, eine Kirche für alle, eine Weltkirche zu werden. Wir stellen Beispiele vor, wie auch heute Kirche von der Basis her wachsen kann, besonders auch in einen lebendigen Glauben hinein.

Im Namen des ganzen Redaktionsteams wünsche ich ihnen gute und weiterführende Gedanken – und vor allem Freude am Glauben in der Gemeinschaft der Kirche!

Ihr

Hubertus Brantzen

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