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Gertrud Pollak

Buch – Messe

17.10.2018

Wieder zog bis zum letzten Wochenende die Buchmesse in Frankfurt  fast 300 000 Besucher und Besucherinnen an. Über 7 500 Austeller boten ihre Waren dar. Ein geographisch bescheidenes, politisch wegen seiner Grenzen nicht unbedeutendes und dennoch in der Weltöffentlichkeit eher vergessenes Land rückte ganz neu ins Blickfeld. Dieses Gastland Georgien mit seiner 5000 Jahre alten, reichen Kultur kommt neu ins Gedächtnis oder wird überhaupt erst entdeckt. Fast 160 Buchtitel, die seit 2012 ins Deutsche übersetzt wurden, Autoren und Autorinnen, die deutsch schreiben, erscheinen am Literatenhimmel. Wer dachte daran:  Bereits im Jahr 337 wurde das Christentum offizielle Staatsreligion in Georgien. Eine eigene Schrift, später die ostkirchliche Ausprägung des Christentums und alles, was durch andere politische Einflüsse säkular wurde – dies alles lebt auf inmitten der „Welthauptstadt der Ideen“, wie Frankfurt in diesen Tagen genannt wurde. 

Eigenartig, dass mir bei all den unterschiedlichen Aspekten, die in den Medien zu diesem wichtigen Ereignis aufbereitet wurden, immer wieder dieser Titel „Buchmesse“ durch den Kopf ging – genauer seine zwei Teilworte: Buch und Messe. Beim morgendlichen Gang in den Dom, beim Blick auf alles, was an digitalen Medien um mich herum funktioniert, am Schaufenster der Buchhandlung … Warum „verfolgten“ mich diese beiden Worte?

Natürlich beschäftigte mich der interessante gesellschaftliche und kulturelle Event in Frankfurt. Spannend war das Feuilleton in der Tageszeitung über wichtige Neuerscheinungen. Aufschlußreich gestalteten sich die Medienberichte über die unterschiedlichen Facetten der Buchmesse – nicht zu vergessen die Fragen der Menschenrechte und die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

Buch und Messe: Für wieviel abertausend Menschen ist das zentral in ihrem Leben – dieses Buch, das unterschiedliche literarische Beiträge bündelt und zwischen zwei Buchdeckeln zur „guten Nachricht“, zum Evangelium geworden ist. Unzählige Menschen verschiedener Konfessionen oder auch Nichtchristen lesen darin und finden Leitworte für ihr Leben. Vielfältige Kulturen und Sprachen haben in Übersetzungen Lebensraum für dieses Buch geschaffen.

Während in Frankfurt Besucherströme zu Recht all das aufnehmen, was 2018 geboten wird, gibt es ganz selbstverständlich diese andere „Messe“. Direkt um uns herum, aber auch rund um den Erdball versammeln sich Menschen unterschiedlicher Hautfarben um Danksagung, Eucharistie zu feiern.  Diese Messe ist das dichteste Miteinander von Gläubigen untereinander und mit Jesus Christus. Jeden Tag neu aktualisieren sich Worte aus dem „Buch“ für diese Menschen, die aus der Eucharistie Kirche bilden. Buch – Messe!

Nicht nur einmal im Herbst, sondern ständig, rund um die Uhr, ist Buch und Messe – mit immer noch mehr als 300 000, die täglich kommen. Wie gut, dass es dies und die Buchmesse gibt.

Dr. Gertrud Pollak, Mainz
Ordinariatsdirektorin, Dezernentin für Schulen und Hochschulen


                                     Foto: © Bistum Mainz

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