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Ignazio Sanna

Gesundheit und Heil

19.12.2018

Weihnachten ist für die meisten Menschen das Fest der guten Wünsche und Geschenke. Oft sagen wir, wenn wir einander die Geschenke überreichen: „Das Wichtigste ist ja die Gesundheit!“

So ist es gerade an diesem Fest sinnvoll und wichtig, zwischen Gesundheit und dem „Heil“, das uns durch die Geburt Jesu angekündigt ist, zu unterscheiden. Gesundheit meint die Unversehrtheit oder die Genesung unseres Körpers. Unter „Heil“ verstehen wir Genesung im umfassenden, ganzheitlichen Sinn: Wohlergehen für Leib, Seele, Herz – äußerer und innerer Frieden für den ganzen Menschen.  

Weil diese Unterscheidung nicht immer klar ist, bitten Menschen im Gebet oft um körperliche Gesundheit, in aussichtslosen Situationen und Krankheiten sogar um ein Wunder. Die Botschaft von Weihnachten leitet uns aber an, an jenes Heil für Leib und Seele im umfassenden Sinn zu denken. „Frieden auf Erden!“, lautet die Botschaft an Weihnachten.

Dieses Heil besteht aus gelingenden menschlicher Beziehung, aus echter, Lebenssinn stiftender Spiritualität, aus Verbundenheit mit Gott und dem Nächsten. Das ist viel mehr als unser Verhältnis zu materiellen Dingen und Besitz. Wir spüren besonders, wie wichtig ein gutes Verhältnis zu anderen Menschen, echter Dialog mit ihnen ist. Gute Beziehungen machen uns menschlicher. Ohne gelungene Beziehungen sterben wir an Einsamkeit. Das spüren wir besonders an Weihnachten.

Was existenziell für unsere Beziehung zu den Mitmenschen gilt, gilt auch für unser Verhältnis zu Jesus Christus, dessen Geburt wir in diesen Tagen feiern. Jesus will nicht, dass wir ihn nur etwa um das Wunder der Genesung von einer Krankheit bitten. Er will unser ganzes Heil, unsere Freundschaft, unser Vertrauen.

Diese entstehen aber nicht durch die reine Erkenntnis, etwa: Er wurde wohl zwischen den Jahren 7 bis 4 vor Chr. geboren. Solche Kenntnisse können interessante Informationen literarischer, geographische, historischer Art sein. Aber sie bringen keine Rettung, kein „Heil“. Es ist, als ob man in Google oder Wikipedia das Wort Jesus sucht und alle möglichen Informationen über ihm finden. Mit allen diesen Informationen gewinnen wir noch keine persönliche Beziehung zu ihm. Diese Informationen schaffen noch kein neues Leben. Sie stacheln vielleicht unsere Neugier an, aber sie erwärmen nicht das Herz.

Um „gerettet“ zu werden, um das Heil im umfassenden Sinn an Weihnachten zu erfahren, um das göttliche Heil zu ahnen, brauchen wir eine persönliche Beziehung zum Kind in der Krippe. Wir sind eingeladen, uns auf eine solche heilvolle Beziehung zu ihm einzulassen.

Und eine solche Beziehung zu Jesus Christus wünsche ich Ihnen für dieses Weihnachtsfest von Herzen: eine Beziehung, die Glück, Heil und Frieden in uns und um uns schenkt.

Erzbischof Dr. Ignazio Sanna, Oristano /Sardinien 


                          Foto: pixabay.com

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