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Christine Lieberknecht

Parlamentarische Sommerpause

Durchatmen und Blicke schärfen in Gottes guter Schöpfung

19.07.2017

„Sind nicht die Oasen der Schöpfung, die zum Beispiel um die Benediktinerklöster des Abendlandes entstanden sind, Vorgriffe auf diese Versöhnung der Schöpfung, die von den Gotteskindern kommt, wie umgekehrt etwa Tschernobyl erschütternder Ausdruck der im Gottesdunkel verknechteten Schöpfung ist?“ Mir gefallen diese bildstarken Worte voller Emotion und zugleich gedanklicher Klarheit. Auch Sie haben davon gelesen? Kurzes Nachdenken und Erinnern sind erlaubt.

Ja, im zweiten Kapitel seines Buches „Jesus von Nazareth“ (Band 1, Seite 56) formuliert Papst Benedikt XVI. dieses anschauliche Schöpfungslob als Vorgeschmack auf Gottes Himmelreich und stellt dem Leser mit dem Hinweis auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zugleich das traurige, „erschütternde“ Gegenstück vor Augen.

Dabei denke ich ebenso an Papst Franziskus. Ich bin sicher, dass ihm bei der Wahl seines Namens nicht zuletzt auch das Schöpfungslob des Heiligen Franz von Assisi gegenwärtig war. Der Sonnengesang mit seinem Lob „für Bruder Sonne, für Schwester Mond und die Sterne,…für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern…“.

Ich selbst bin aufgewachsen mit dem wunderbaren Paul Gerhardt-Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“. Wann, wenn nicht jetzt, in dieser „lieben Sommerzeit“, können wir uns so reich beschenken lassen; können wir uns satt sehen an der Blumenpracht uralter Bauern- und Klostergärten wie auch an den modernen Landes- und Bundesgartenschauen! Wann, wenn nicht jetzt, können wir auf Urlaubs- und Wanderwegen bunte Schmetterlinge oder kleine Echsen in der Sonne verweilen sehen und uns freuen am Spiel von Sonne, Wind und Wolken!

Gott meint es gut mit uns Menschen. Er schenkt uns sogar die Zeit, um innezuhalten und mit all unseren Sinnen diesen Reichtum in uns aufzunehmen.

So tanken wir Kraft dafür, dass aus unserem Lobpreis tätiges Handeln für den Erhalt von Gottes guter Schöpfung werden kann. So erfahren wir Stärkung, um in unserer oft gar nicht heilen Welt als Boten dankbarer Nächstenliebe zu wirken. Und so dürfen wir schon gar nicht wegschauen vor den Dramen von Flucht und Armut vor unserer europäischen Haustür. Es ist hohe Zeit, unsere Blicke zu unserem Schöpfergott zu heben und sich dem Ruf nach „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ wieder neu zu stellen.

 Foto: © pixabay.com

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