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Gertrud Pollak

Not for fun – Advent

29.12.2017

Wie oft es wirklich passiert? Gut, dass im Ernstfall zuerst nach außen eher Schweigen angesagt ist, aber immer wachsame Professionalität. Spannung, Sorge und auch Angst bleiben genug, bis klar ist, wie die an der Schule oder in der Bank eingegangene Droh-Mail einzuschätzen ist. Der Tag wird genau angesagt, sogar die Uhrzeit und vielleicht noch, welche Waffen im Spiel sein werden. Oder, oder… In jedem Fall muss ernst angenommen werden, dass alles so kommen könnte. Ruhe bewahren, nüchterne Schritte, vor allem sofort die Polizei einschalten. Hinterher, im Ernstfall,  wären alle klüger. Viele „Warum?“ stünden aus Trauer und als Vorwurf im Raum. Manchmal, ja oft geschieht das Schreckliche, Gott sei Dank, nicht. Wie heute!

Hört erst da der Spaß auf?  Nein, mit Spaß hat das alles, mit Spaß hat keine Drohgebärde etwas zu tun. Not for fun! In welcher Atmosphäre leben wir? Wie leichtfertig und subtil setzen Gruppen und einzelne Menschen andere unter Druck! Mobbing, Spott, physische und psychische Gewalt sind bitterer Ernst. Besondere Wachsamkeit ist angesagt bei Großveranstaltungen und gerade auch jetzt bei den Weihnachtsmärkten. Die Medien sind voll davon, obwohl jeder Droh-Mail öffentliche Zurückhaltung gut tut. Freilich, auch die sanfteren Formen, nicht böse gemeinte Neckereien, die missverständlich daher kommen, verderben entspanntes Leben. Und?

Drohungen und Angst in der großen Politik und im kleinen Lebensraum prägen vieles. Aber lassen wir uns davon einfach bestimmen? Gerade im Advent lese ich die kleinen, oft versteckteren Kolumnen, höre in den Nachrichten vor allem auf das, was unter Menschen Positives geschieht. Gibt es nicht neben uns, gerade auch bei der jungen Generation, so viel genial Neues, Hilfsbereitschaft – manchmal versteckt, im Alltag immer wieder positiv überraschend! Angst kann nicht die Luft sein, in der wir leben. Offenheit, das Vertrauen auf die Ankunft von Gutem in unserer Umgebung – auch das geschieht nicht einfach „Just for fun“.  Mitten in den realen Droh-Botschaften bleiben Frohbotschaften – auch, aber nicht nur die biblische, zwischen zwei Buchdeckeln. Viele Frohbotschaften haben zwei Beine und offene Hände. Es gibt sie mittendrin  – ganz real, oft leise. Einladung: zur Entdeckungsreise im Advent!

Dr. Gertrud Pollak, Mainz
Ordinariatrsdirektorin, Dezernentin für Schulen und Hochschulen


                                     Foto: © pixabay.com

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